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Erfolgsgeschichte: Werkbank-Bauer sponsert nun Ski-Profis


RAU im Fokus der Schwäbischen Zeitung: Vom Werkbankbauer zum digitalen Vorreiter

Erfolgsgeschichte: Werkbank-Bauer sponsert nun Ski-Profis

Die Firma Rau aus Balingen baut hochwertige Arbeitstische - und setzt dabei immer mehr auf Digitalisierung. Daneben wirbt das Unternehmen nun auch auf ganz großer Bühne für sich.

Der Industriemöbel-Hersteller Rau aus dem Balinger Stadtteil Frommern ist grundsolide unterwegs - seit beinahe 80 Jahren. Die Produkte des Mittelständlers aus dem Zollernalbkreis: Werkbänke und Arbeitsplatzeinrichtungen von höchster Stabilität. Doch die große Leidenschaft von Junior-Chef Jannik Rau gilt seit Langem dem Thema Digitalisierung - und hierbei ist das 125-Mitarbeiter-Unternehmen, das von Vater Bernd Rau in dritter Generation geleitet wird, außerordentlich gut unterwegs. In einem Bereich betritt Rau nun aber völlig neues Terrain - mit erstaunlichem Erfolg.
„Rau stellt ganz solide und qualitativ sehr hochwertige Industriemöbel her. Analoger und physischer geht es kaum“, sagt Steffen Jäckle, Professor an der Hochschule Ravensburg-Weingarten (RWU), über das 1946 von Wagnermeister Wilhelm Rau gegründete Unternehmen. Ungeachtet dessen stellen er und sein RWU-Professoren-Kollege Andreas Pufall der Firma eine sehr gutes Zeugnis in Sachen Digitalisierung aus. Der Betrieb hatte Ende 2023 den Digital-Check-Up der „Schwäbischen Zeitung“ gewonnen und wurde deshalb ganz genau von den beiden Experten unter die Lupe genommen.

Rau macht Vieles richtig und hat weitere Potenziale

„Wir hatten schon das Gefühl, dass wir in Sachen Digitalisierung ganz gut unterwegs sind. Trotzdem hat uns natürlich sehr der Blick von außen interessiert — vor allem aus wissenschaftlicher Perspektive“, erläuterte Jannik Rau damals seine Beweggründe für die Teilnahme an dem Wettbewerb. Und es hat sich definitiv gelohnt. Das Ergebnis: Rau macht - insbesondere für solch ein handwerklich geprägtes Traditionsunternehmen - schon sehr Vieles richtig. An der einen oder anderen Stelle bestehen aber durchaus noch Verbesserungspotenziale in dem Betrieb, der bereits heute rund drei Viertel seines Jahresumsatzes (24 Millionen Euro) online erwirtschaftet. 

Konkret hatten die beiden RWU-Experten drei Handlungsempfehlungen für Rau: Erstens, die Marke Rau muss noch viel sichtbarer bei den Kunden gemacht und deutlich aktiver kommuniziert werden ‐ auch und gerade durch Social Media. Zweitens rieten Pufall und Jäckle zu Digitalisierungs- und Effizienzprojekten in Produktion und Vertrieb. Drittens, sollte Rau mehr Wertschöpfung mit den verfügbaren Ressourcen erzielen - etwa durch eine neue Produktlinie, mit der die ergonomischen Vorteile von Rau-Werkbänken betont werden könnten. Ganz wichtig dabei: „Digitalisierung sollte nie nur der Digitalisierung willen geschehen, sondern nur dann, wenn sie dem Unternehmen und seinen Kunden auch handfeste Vorteile bringt“, betont RWU-Professor Pufall.

Rau setzt Projekt um und erhöht seine Bekanntheit massiv

Gemäß diesem Motto hat Rau in Folge des Digital-Check-Ups zwei ganz konkrete Projekte gestartet - und inzwischen auch erfolgreich abgeschlossen. Erstens, wurde in der Fertigung ein digitales „Shopfloor-Management“ (SFM) etabliert. Das heißt, Rau hat hier seit Anfang 2025 einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess aufgesetzt, der digitale und auch physische Elemente - wie etwa regelmäßige Treffen von Mitarbeitern und Führungskräften - umfasst, mit dem Ziel die Abläufe in der Produktion zu optimieren. Daneben funktioniert die Fertigung bei Rau seit gut einem Jahr komplett papierlos.

Ski-Weltcup mit dem Logo der Balinger Firma

Das zweite Projekt, das direkt aus dem Digital-Check-Up der „Schwäbischen Zeitung“ resultierte, drehte sich um die Erhöhung der Markenbekanntheit von Rau - und stellt einen beeindruckenden Erfolg dar. Neben der Intensivierung der allgemeinen Social-Media-Aktivitäten hat man sich dazu entschlossen, ins Sport-Sponsoring einzusteigen. Seit Herbst tragen insgesamt sieben Ski-Weltcup-Athleten das Rau-Logo auf ihren Helmen - mit einer enormen Präsenz in Zeitungen, im Fernsehen und auch auf Social-Media-Kanälen. 

 Die Zahlen sprechen für sich: Schon in der ersten Ski-Saison 2024/2025 wurde das Rau-Logo bereits von gut 100 Millionen Internet-Nutzern wahrgenommen. Das Fazit von Jannik Rau: „Es lohnt sich definitiv. Die Wirkung ist enorm“ - auch wenn sich die deutlich höhere Bekanntheit der Marke im Moment noch nicht direkt am Umsatz ablesen lässt. Aber das dürfte sich sicherlich bald ändern.

Werkbank 2.0 und KI-Instrumente sollen noch folgen

Daneben ist das dritte Rau-Projekt mit dem Titel „Werkbank 2.0“ ebenfalls angelaufen. Sein Ziel: Eine Überarbeitung der Produktlinie im Hinblick auf eine verbesserte Ergonomie sowie eine optimierte Kosteneffizienz. „Die neuen Werkbänke sollen 2026 lieferfähig sein“, kündigt Jannik Rau nun an. Und der umtriebige Junior-Chef denkt schon an die nächsten Digitalisierungsmöglichkeiten in dem Balinger Traditionsbetrieb. Schon bald könnte die Fehleranalyse in der Pulverbeschichtung automatisiert werden - mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz (KI).

Tool ermittelt digitalen Reifegrad von Unternehmen

Die beiden Weingartener Professoren haben sich schon lange auf das Thema Digitalisierung und digitale Transformation ‐ vor allem mittelständischer Unternehmen ‐ spezialisiert und in diesem Zusammenhang den sogenannten Digital Transformation Excellence Navigator (DTXN) entwickelt. Dieses Online–Tool ermittelt den digitalen Reifegrad von Unternehmen — anhand eines 130 Punkte umfassenden Fragebogens. 

 Pufall ist Professor für Produktionstechnik und -optimierung sowie Technologiemanagement. Jäckle hat unter anderem den Lehrstuhl für Marketing und Sales Excellence inne. Entsprechend decken die beiden Experten die gesamte Bandbreite von der Produktentwicklung und der Produktion bis hin zum Marketing und Vertrieb ab.

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